Potenzial nicht verspielen

Ärzteschaft genießt nach wie vor hohes Vertrauen

(5.1.2026) Es ist schon bemerkenswert: Während das Gesundheitswesen insgesamt immer mehr an Vertrauen einbüßt, genießt die Ärzteschaft bei den Patienten nach wie vor hohes Ansehen. Einer vor Weihnachten veröffentlichten Forsa-Erhebung von „stern“, RTL und ntv zufolge stehen sie auf der Vertrauensskala öffentlicher Institutionen auf Platz eins, noch vor der Polizei, die auf Platz zwei folgt.

„Dieser Vertrauensbonus ist zu einem sehr großen Anteil der Versorgung in den Arztpraxen zu verdanken, in denen mit rund 580 Millionen Fällen pro Jahr die meisten Patienten behandelt werden“, stellt der Verbandschef der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Ulrich Tappe anlässlich des Jahreswechsels fest. Der große Bedarf an medizinischer Betreuung insbesondere für chronisch erkrankte Menschen könnte schon lange nicht mehr gedeckt werden, wenn Fachärzte nicht mehr Termine anbieten würden als bezahlt werden.“

Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) finden wegen der andauernden Budgetierung 13 Prozent der Termine im fachärztlichen Versorgungsbereich ohne Bezahlung statt – das sind fast 43 Millionen Patientenkontakte. „Uns niedergelassenen Ärzten ist klar“, so Dr. Tappe“, dass in Zukunft immer weniger Menschen stationär versorgt werden, deren Behandlung wir im ambulanten Bereich übernehmen müssen. Es liegt auf der Hand, dass eine solche Verlagerung der Behandlungsfälle nur durch eine Umschichtung der finanziellen Mittel und eine Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherung von versicherungsfremden Leistungen gestemmt werden kann.“

In 2026 wird erneut eine Reform des Gesundheitswesens auf den Weg gebracht werden müssen. „Die niedergelassenen Ärzteschaft, namentlich die Magen-Darm-Ärzte, sind bereit, ihren Teil für eine gute Versorgung der Bevölkerung beizutragen“, erklärt Dr. Tappe. „Wir setzen im Interesse unserer Patienten darauf, dass die Politik nicht nur von einer Stärkung der ambulanten Versorgung redet, sondern auch die dafür erforderlichen Mittel bereitstellt.“