Anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts seiner Behörde bezifferte der Chef des Bundesamts für Soziale Sicherung (BAS), Frank Plate, das Defizit der gesetzlichen Krankenkassen für 2024 auf 1,9 Milliarden Euro. Als Haupttreiber für die nur noch mühsam gedeckten Kosten benannte er Ausgaben für Krankenhausbehandlungen und Arzneimittel, steigende Personalkosten sowie Investitionen in Digitalisierung und neue gesetzliche Leistungen.
„Die ambulanten, in den Praxen von niedergelassenen Ärzten erbrachten Behandlungs-, Vorsorge- und Diagnoseleistungen tauchen in seiner Aufzählung der Kostentreiber nicht auf“, konstatiert Dr. Tappe. Doch statt in der kosteneffizienten Leistung der Niedergelassenen einen Ansatzpunkt für Reformen zu sehen, sehen Krankenkassen darin nur eine Ressource, um ihre Finanzierungslücken auszugleichen.
„Wir hoffen immer noch darauf, dass die Politik endlich das Gespräch mit den betroffenen Fachverbänden aufnimmt, und der vielfach geäußerten Überzeugung folgt, dass der Staat nicht alles richten kann und sollte“, erklärt Dr. Tappe. Dabei setzt er auf Abgeordnete der Regierungsparteien im Gesundheitsausschuss des Bundestages wie Stephan Pilsinger, der sich im Gespräch mit dem Ärztlichen Nachrichtendienst (aend) zur Freiberuflichkeit bekannt hat. Der freiberufliche Arzt, so Pilsinger, sei eine massive Stütze für unser System. Nur mit Angestellten werden wir unser System nach seinen Worten nicht retten können.