Bei derselben Gelegenheit bemängelte er, dass das Thema Daten in Deutschland bisher „stiefmütterlich“ behandelt worden sei. Das Forschungszentrum, das pseudonymisierte Gesundheitsdaten von gesetzlich Versicherten sammelt und analysieren soll, sei deshalb ein „ein Meilenstein für die Prävention in Deutschland“, so der Minister.
„Als niedergelassener Magen-Darm-Arzt kann man sich da nur wundern“, erklärt der Verbandsvorsitzende der Fachgruppe, Dr. Ulrich Tappe. „Denn für die Darmkrebsprävention liegen – auch dank der Datenerfassung durch die niedergelassenen Fachärzte – seit Jahren hervorragende Datensätze vor.“
Die Analysen dieser Daten durch unabhängige Institutionen wie das Zentrum für Krebsregisterdaten, das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung und die Epidemiologie am Deutschen Krebsforschungszentrum belegen eindeutig, das sowohl Neuerkrankungen als auch Sterberate dank der Untersuchungen im Rahmen einer Darmspiegelung in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten deutlich zurückgegangen sind.
„Für die Stärkung der Prävention und die effektive Verhinderung von Krebserkrankungen müssen wir keine neuen Meilensteine erfinden“, betont Dr. Tappe. „Jetzt kommt es darauf an, dass der neue Gesundheitsminister die Stolpersteine aus dem Weg räumt, die seine Amtsvorgängerin zu verantworten hat. Es ist widersinnig, Prävention stärken zu wollen und gleichzeitig Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen einzuschränken. Streichen Sie endlich die sachlich überhaupt nicht begründbaren Pläne zur Deckelung der Darmkrebsprävention aus Ihren Gesetzesvorhaben, Herr Minister!“
"Auch die Stiftung LebensBlicke hat in einem Offenen Brief an Gesundheitsminister Linnemann darauf hingewiesen, dass die Darmkrebsprävention gerade wegen der extra-budgetären Leistungen auf einem sehr guten Weg ist. Die Budgetierung werde diese erfreuliche Entwicklung mit großer Wahrscheinlichkeit stoppen."