Jeder dritte Termin ungenutzt

Terminservicestellen erfüllen ihren Zweck

(2.11.2026) „Wenn von den Terminen bei internistischen Fachärzten, die unter der Rufnummer 116117 vermittelt werden, nur Zweidrittel gebucht werden, zeigt das deutlich, dass das Angebot viel größer ist als der Bedarf“, erklärt Dr. Ulrich Tappe vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng). „Die Debatte um Termingarantien ist offenbar eine politisch motivierte Spiegelfechterei.“

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI), das die Nutzung der Kapazitätenanalysiert hat, die über die Terminservicestellen bereit gestellt werden, empfiehlt in seinem Resümee, bestehende Strukturen besser auszuschöpfen, bevor neue, weitergehende Maßnahmen ergriffen werden. „Als stark ausgelastete Fachgruppe können sich die Magen-Darm-Ärzte dieser Auffassung nur anschließen“; betont Dr. Tappe.

Erschwerend kommt für die Praxen hinzu, dass jeder 13. Termin abgesagt oder sogar ohne Absage nicht wahrgenommen wird. Es gibt also eine ganze Reihe von Patienten, die Termine beanspruchen, obwohl sie sie gar nicht dringend benötigen. Die ZI-Untersuchung legt darüber hinaus offen, dass die mittlere Wartezeit von durchschnittlich knapp acht Tagen auf die vermittelten Termine entgegen der üblichen öffentlichen Behauptungen sehr kurz ist.

„Die Probleme im Gesundheitswesen lassen sich nicht lösen, wenn Ärzte unter vorgeschobenen, nicht belegbaren Vorwürfen als Buh-Männer und -Frauen gebrandmarkt werden“, betont Dr. Tappe. „Statt Sündenböcke zu suchen, sollte sich die Politik endlich daran machen, die Hürden aus dem Weg zu räumen, die eine bedarfsgerechte Versorgung in unserem Land behindern.“