Fachärzte im Abseits

Wertschätzung sieht anders aus

(5.10.2026) 1,84 Milliarden Euro will das Bundesgesundheitsministerium bis zum Jahr 2029 für die Verbesserung der IT- und Cybersicherheit in medizinischen Einrichtungen zur Verfügung stellen. „Das ist sicher ein löblicher Schritt in die richtige Richtung“, meint Dr. Ulrich Tappe, der Verbandsvorsitzende der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, „aber warum sind die Praxen der niedergelassenen Fachärzte davon ausgenommen? Sind sie nicht systemrelevant?“

Für den Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng) bestätigt sich darin ein Trend, der schon lange zu beobachten ist. Obwohl die ambulante fachärztliche Versorgung mit rund 385 Mio. Fällen den größten Teil der vertragsärztlich erbrachten Behandlungen kosteneffizient abdeckt und mit Vorsorgeleistungen Folgeerkrankungen, Klinikaufenthalte und Arbeitsausfälle reduziert, erfährt sie von Seiten der Politik keine Wertschätzung.

„Nicht nur, dass wir bei Sparmaßnahmen von vorneherein als erste zur Kasse gebeten werden. Auch bei Investitionen werden wir übergangen und nachträgliche Korrekturen zugunsten anderer Versorgungsbereiche gehen ebenfalls auf unsere Kosten“, moniert Dr. Tappe.

Die jüngsten Änderungen am Beitragssatzstabilisierungsgesetz bestätigen die Tendenz: Von der Streichung der Fixkostendegression profitieren nur Haus- und Kinderärzte, Fachärzte sind ausgenommen. „Wertschätzung“, so Dr. Tappe, „sieht anders aus.“