Welt-Hepatitis-Tag

Vorsorge zu wenig genutzt

(28.7.2026) Schleichend verlaufende Infektionen mit Hepatitis-Viren können unbemerkt und unbehandelt zu schweren Leberschädigungen führen. Seit 2021 kann sich jeder Bürger ab 35 Jahren im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung beim Hausarzt einmalig auf diese immer noch unterschätzten Virusinfektionen screenen lassen. Dennoch gibt es noch sehr viele unentdeckte Hepatitis B- und C-Erkrankte in Deutschland.

„Trotz nach wie vor hoher Verbreitung sind die Neudiagnosen bei Hepatitis B und C laut Statistik des Robert Koch-Instituts 2025 im Vergleich zum Vorjahr erheblich zurückgegangen“, mahnt der Leberexperte der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Dietrich Hüppe. anlässlich des diesjährigen Welt-Hepatitis-Tags „Es ist bedauerlich, dass durch Impfung vermeidbare und bei rechtzeitiger Diagnose gut behandelbare Infektionskrankheiten in hohem Maße unentdeckt bleiben!“

Von den hoch gesteckten WHO-Zielen einer Eindämmung und Ausrottung von Hepatitis-Viren, die sich auch die Bundesregierung auf die Fahnen geschrieben hat, sind wir weit entfernt. „Dabei ermöglicht die Blutuntersuchung im Rahmen des Check-Up beim Hausarzt die Diagnose, wenn die entsprechenden Laboruntersuchungen veranlasst werden“, betont die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Petra Jessen. „Jeder Versicherte hat einen einmaligen Anspruch auf die entsprechenden Labortests und sollte im eigenen Interesse darauf achten, dass sein Hausarzt daran denkt.“

Die Stärkung von Früherkennung und Vorsorge gehört zu den Kernanliegen der anstehenden Strukturreformen im Gesundheitswesen. „Wir könnten sehr viel mehr erreichen, wenn Krankheiten wie die viralen Leberinfektionen oder der Darmkrebs konsequenter bekämpft werden“, erklärt Dr. Jessen. „Mit der Impfung gegen die Hepatitis B und der Darmspiegelung haben wir die Mittel an der Hand, diese Erkrankungen zu verhindern. Mit den modernen Medikamenten zur Behandlung der Hepatitis C und der Darmkrebs-Früherkennung haben wir alle Möglichkeiten um diese Erkrankungen in sehr vielen Fällen zu heilen!“