Dass gerade ein von der CDU geführtes Ministerium mit einem Entwurf zur Reform des Gesundheitswesens statt auf Innovation und Effizienzsteigerung auf die Begrenzung und Abwertung von Leistungsangeboten setzt, ist aus Sicht der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte enttäuschend. Der Termin für die Anhörung der Stellungnahme der Verbände mit einer Frist von wenigen Tagen kurz vorm Wochenende spricht für sich. „Es ist doch eigentlich gar nicht gewünscht, dass wir gehört werden“, kommentiert der Berufsverbandsvorsitzende Dr. Ulrich Tappe.
„Seit Jahren kämpfen die Arztpraxen mit ungedeckten Kostensteigerungen, vorgeschriebenen Leistungsbegrenzungen und schrumpfenden Gewinnerwartungen. Zugleich wird der Versorgungsbedarf in der alternden Gesellschaft immer größer. Darüber hinaus sollen künftig mehr Leistungen aus den Kliniken in die Praxen verlagert werden“, konstatiert Dr. Tappe. „Das kann auf Dauer so nicht funktionieren.“
Wenn dieses Sparpaket zu Lasten der ambulanten Versorgung unverändert umgesetzt wird, bleibt den Praxisbetreibern keine andere Möglichkeit als ihre Leistungen den veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anzupassen. „Alles, was nicht mehr bezahlt wird, kann auch nicht mehr gemacht werden“, so Dr. Tappe. "Das betrifft auch gerade und in erster Linie das über die Servicestellen vermittelte zusätzliche Terminangebot.“