Optimale Vorsorge

Mit 55 zur Darmspiegelung

(22.02.2021) Die Darmspiegelung ist wie eine Lotterie mit 50-prozentiger Gewinnchance: Wissenschaftler vom DKFZ in Heidelberg haben auf der Grundlage einer Analyse der Daten aus dem Deutschen Screening-Register ermittelt, dass allein durch eine einzige Untersuchung im Rahmen des gesetzlichen Screening-Programms mehr als die Hälfte aller Erkrankten ihren Darmkrebs überlebt. Sie empfehlen Frauen und Männern mindestens eine Darmspiegelung im Alter von 56 bzw. 54 Jahren.

Mit jährlich rund 1,4 Mio. Neuerkrankungen und fast 700.000 Todesfällen weltweit ist Darmkrebs die dritthäufigst diagnostizierte bösartige Tumorerkrankung und die vierthäufigste Krebstodesursache überhaupt. Wegen des langsamen Krankheitsverlaufs kann das Screening einen erheblichen Anteil dieser Erkrankungs- und Todesfälle verhindern. Die Wissenschaftler verweisen auf Studienergebnisse, nach denen die effizienten Screening-Maßnahmen einen guten Langzeitschutz bieten.

"Die Analyse der Heidelberger Wissenschaftler zeigt darüber hinaus, dass natürlich noch sehr viel weniger Menschen an Darmkrebs sterben, wenn sie zehn Jahre nach der ersten Untersuchung auch die zweite von den Krankenkassen angebotene Darmspiegelung in Anspruch nehmen", erläutert Dr. Albert Beyer vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "Dabei bestätigen die veröffentlichten Daten den besonders großen Effekt der Absenkung des Alters für die erste Darmspieglung bei Männern auf 50 Jahre. Sie legen außerdem nahe, dass eine derartige Absenkung auch für Frauen sinnvoll sein könnte."

In Deutschland sind die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte für die Vorsorge-Darmspiegelungen zuständig. Kontrollierte Qualitäts- und Hygienestandards sorgen dafür, dass die Untersuchung sorgfältig und auch unter Corona-Bedingungen sicher durchgeführt wird. Potenzielle Krebsvorstufen wie Polypen, die mit zunehmendem Alter sehr häufig im Darm vorkommen, werden im Zuge der endoskopischen Inspektion gleich entfernt.