„Wir Magen-Darm-Ärzte sind regelmäßig an der Behandlung eines großen Teils der kontinuierlich hausärztlich versorgten Bevölkerung beteiligt“, erklärt Dr. Ulrich Tappe. Der Vorsitzende des Berufsverbandes der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng) verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass auch in bestehenden Primärversorgungssystemen in anderen Ländern nach Angaben des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) je nach Ausgestaltung mindestens ein Drittel und bis zu zwei Drittel der Patienten eine fachärztliche Mitversorgung benötigen.
„Chronisch kranke Patienten, insbesondere mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, fortgeschrittenen Lebererkrankungen sowie onkologischen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, benötigen häufig komplexe, individuell abgestimmte und zum Teil hochpreisige Arzneimitteltherapien, um trotz ihrer Erkrankung alle Herausforderungen im Alltag bewältigen zu können“, betont Dr. Tappe. Dafür müssen Rezepturen individuell eingestellt und bei akuten Schüben adäquat angepasst werden. Das geht nicht ohne spezialisierte fachärztliche Expertise. Der begleitend behandelnde Hausarzt ist hier immer wieder auf die Mitbehandlung durch den Magen-Darm-Arzt angewiesen.“
Im Mittelpunkt der Versorgung muss der Patient stehen. Für ein sinnvolles ein Primärversorgungssystem muss es darum gehen, ihn zum richtigen Zeitpunkt der medizinisch notwendigen Versorgung zuzuführen. Was chronisch kranke Patienten betrifft, geht das nicht ohne fachärztliche Beteiligung. An dieser Tatsache führen auch Quotenregelungen nicht vorbei.