Welt-Hepatitis-Tag

Magen-Darm-Ärzte für ein Hepatitis B-Screening

(24.07.2017) "Eine unbehandelte chronische Hepatitis B ist eine schleichende Erkrankung mit oft gravierenden Folgen für die Betroffenen, die in vielen Fällen nichts von der Bedrohung wissen", warnt der Leberexperte Dr. Karl-Georg Simon im Vorfeld des diesjährigen Welt-Hepatitis-Tages. "Angesichts der hohen Dunkelziffer bei den Erkrankten und einer nicht zufriedenstellenden Impfrate unterstützen die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte Forderungen nach einem gesetzlichen Screening-Programm."

Ein Hepatitis B-Screening böte nach seinen Worten einen guten Hebel, um mit Präventions- und Früherkennungsmaßnahmen auch bei anderen Viruskrankheiten anzusetzen. Die Infektion mit dem Hepatitis B-Virus gilt beispielsweise als Indikatorerkrankung für Infektionen mit dem Aids-Virus sowie für andere sexuell übertragene Erkrankungen.

"Vor allem könnten damit Infizierte entdeckt werden, die noch gar nichts von ihrer Erkrankung ahnen", betont Dr. Simon unter Verweis auf die Tatsache, dass in einigen Regionen Deutschlands bis zu ein Drittel der injizierenden Drogenkonsumenten Zeichen für einen chronifizierten Krankheitsverlauf aufweisen. Dabei ist höchstens die Hälfte der Personen aus dieser Risikogruppe geimpft.

Die Weltgesundheitsorganisation hat sich vorgenommen, Hepatitis B und C bis 2030 weltweit auszurotten. Dem hat sich die deutsche Bundesregierung angeschlossen und hat eine Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C sowie anderer sexuell übertragbarer Infektionen beschlossen. "In diesem Zusammenhang drängt sich die Überlegung, durch ein Screening Licht ins Dunkel zu bringen, geradezu auf", meint Dr. Simon.