Mitgliedertreffen im Rahmen der DGVS

Magen-Darm-Ärzte beraten über innovative Methoden

(18.09.2017) Der Berufsverband niedergelassener Gastroenterologen (bng) hat sich im Rahmen der jährlichen Tagung seiner Fachgesellschaft mit dem Problem auseinandergesetzt, seit langem anerkannte Untersuchungs- und Behandlungsmethoden in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen einzubinden. Er vertritt aktuell 1083 niedergelassene Magen-Darm-Ärzte.

"Unser Gesundheitssystem krankt daran, dass neue innovative Methoden, die einen wichtigen Stellenwert für die Patientenversorgung haben, wenn überhaupt nur sehr schleppend im ambulanten Sektor zur Verfügung gestellt werden", klagt Dr. Albert Beyer, der Vorsitzende des Berufsverbandes der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "Seit vielen Jahren verfügbare, hochsensitive Diagnoseverfahren wie die Kontrastmittelsonographie, die Endosonographie oder die Elastographie, aber auch bewährte therapeutische Verfahren wie die Ballondilatation oder die endoskopische Mukosaresektion haben im ambulanten Sektor bisher keinen Eingang in das Abrechnungssystem der kassenärztlichen Versorgung gefunden."

All diese Methoden werden in medizinischen Leitlinien zur Behandlung von schweren chronischen Erkrankungen des Verdauungssystems aufgeführt und könnten problemlos von niedergelassenen Magen-Darm-Ärzten durchgeführt werden. Der Ausbildungsstand des niedergelassenen Facharztes unterscheidet sich in keiner Weise von dem leitender Klinikärzte, ob in Ober- oder Chefarztposition. "Es ist sachlich überhaupt nicht zu rechtfertigen, warum unsere Patienten aus rein abrechnungstechnischen Gründen nur davon profitieren können, wenn sie sich stationär aufnehmen lassen", betont Dr. Beyer. "Die Kosten für den damit verbundenen stationären Aufenthalt sind zudem um ein vielfaches höher. Unsere Patienten können in keiner Weise verstehen, warum sie auf diese Weise zu einem Wechsel des behandelnden Arztes und zu einem stationären Aufenthalt gezwungen werden."

"Die gesetzlichen Krankenkassen ziehen sich in Gesprächen gerne darauf zurück, dass ein überbordendes gesetzliches Regelwerk - das sie bewusst so mitgestaltet haben - neue Leistungen erst nach jahrelangen Prüfungs- und Genehmigungsverfahren zulässt. Im Rahmen ihrer Pflicht, eine adäquate ambulante Versorgung ihrer Patienten zuzulassen, kommen sie jedoch im ambulanten Bereich nicht einmal der Aufgabe nach, die Kosten für die im Rahmen dieser innovativen Behandlungen verbrauchten Einmalprodukte zu ersetzen", so Dr. Beyer. Er zitiert einen Patienten: "Ich verstehe das nicht. Das ist ja so, wie wenn Sie einen Maler bestellen, ihm gleichzeitig aber die verwendete Farbe nicht bezahlen wollen."